Public Beta – ein grosser Meilenstein für die E-ID
Das Vorhaben E-ID läuft seit Mai 2021 und hat bereits viele Meilensteine erreicht. Der nächste wichtige Schritt steht bereits vor der Tür – Anfang 2025 wird mit Public Beta eine umfassende Testumgebung der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Rolf Rauschenbach, Kommunikationsverantwortlicher im Vorhaben, gibt einen vertieften Einblick in die E-ID und ihre Meilensteine.
Seit dem 26. Mai 2021 läuft das Vorhaben E-ID im Auftrag von Parlament und Bundesrat. Kurz zur Rekapitulation: Was ist die E-ID? Welche Funktion soll sie zukünftig erfüllen?
Ein ungewöhnlicher Aspekt dieses Vorhabens ist auch die Zusammensetzung des Teams. Welche Vertreterinnen und Vertreter sind Teil dieser Projekt-Organisation?
Im Programm E-ID arbeiten inzwischen über 80 Personen mit. Das fachliche Spektrum ist enorm: Es reicht von der Juristin über spezialisierte Programmierer bis hin zu Personen, die wissen, wie eine App visuell gestaltet werden muss. Dabei kommen wir aus drei verschiedenen Departementen (EJPD, EFD und UVEK), der Bundeskanzlei sowie verschiedenen anderen Verwaltungseinheiten und Organisationen. Sich zusammenzuraufen ist nicht immer einfach, aber diese Vielfalt widerspiegelt auch ein Teil der Identität der Schweiz, die wir mit unserem Vorhaben digitalisieren wollen.
Das Vorhaben hat bereits viele Meilensteine erreicht und Erfolge erzielt. Was sind deine Highlights?
Ich bin bei der E-ID seit bald drei Jahren dabei und habe dabei tatsächlich schon viel miterleben dürfen. Natürlich sind Anlässe, an denen eine Bundesrätin oder ein Bundesrat teilnimmt oder wenn das Parlament das E-ID-Gesetz berät, immer Höhepunkte. Besonders freue ich mich jeweils auf die PI-Plannings: Alle zehn Wochen kommt das ganze Team zusammen und plant die nächsten zehn Wochen. Das sind jedes Mal zwei intensive Tage, während denen ich viel lerne und Kolleginnen und Kollegen treffe, die ich sonst kaum sehe. Gerne erwähne ich auch die Partizipationsmeetings, die wir sechs- bis achtmal pro Jahr für unsere Community durchführen.
Gutes Stichwort: Der regelmässige Austausch mit der Öffentlichkeit ist ein Eckpfeiler des Vorhabens E-ID. Dies geschieht unter anderem in Form von monatlichen Partizipationsmeetings. Welche Erkenntnisse konntet ihr aus diesem Austausch gewinnen?
Wir haben das Privileg, eine Community zu haben, die bestens informiert und vernetzt ist. Im Austausch bekommen wir Hinweise auf technische Entwicklungen und Probleme, wir erfahren von Projekten der Wissenschaft und Wirtschaft. Wichtig sind auch die kritischen Rückmeldungen, die es uns erlauben, unser Vorgehen hoffentlich noch besser auf die Bedürfnisse der Schweiz auszurichten.
Zusätzlich zu den Arbeiten auf gesetzlicher Ebene sind diverse Pilotprojekte am Laufen. Wenn man nun eines dieser Pilotprojekte auswählt, welche Learnings konnte das Team aus diesem Pilot gewinnen?
Das Pilotprojekt elektronischer Lernfahrausweis (eLFA) hat uns gezeigt, dass die allermeisten Personen offen für neue digitale Lösungen sind. Dabei erwarten sie – natürlich nicht zu Unrecht – dass alles sofort und sehr schnell funktioniert. So wie wir es uns in der digitalen Welt gewohnt sind. Diesen Ansprüchen gerecht zu werden, ist eine grosse Herausforderung. Die Public Sandbox Trust Infrastructure, welche mit dem BIT in Betrieb genommen wurde, lieferte wichtige Erkenntnisse zu Technologie und welche Informationen und Hilfeleistungen notwendig sind, um weitere Austellerinnen auf die Vertrauensinfrastruktur zu integrieren.
Bereits anfangs 2025 geht es weiter mit einem nächsten Meilenstein. Was umfasst Public Beta?
Public Beta bietet im Grundsatz alle Funktionen, welche auch die E-ID und die Vertrauensinfrastruktur aufweisen werden. Nur, dass es sich um eine Testumgebung handelt und noch keine echte E-ID ausgestellt wird. Im Sinne der Open-Source-Entwicklung wird das Produkt möglichst in der Öffentlichkeit entwickelt.
Als Einwohnerin der Schweiz interessiert mich nun: Kann ich daran teilnehmen und wenn ja, wie muss ich da vorgehen?
Privatpersonen werden die Wallet des Bundes via den App-Store ihrer Wahl auf ihrem Smartphone installieren können. Zudem wird es möglich sein, sich im Self-Service eine fiktive Beta-ID auszustellen. Insgesamt ist aber zu sagen, dass Public Beta vor allem für Firmen und Behörden ausgelegt ist, die sich mit der Technologie und den Prozessen vertraut machen beziehungsweise diese in ihre Systeme testweise integrieren wollen.
Welche Erkenntnisse erhofft ihr euch im Programm E-ID aus dieser Testumgebung?
Mit Public Beta verfolgen wir zwei Ziele: Erstens wollen wir unsere Systeme testen: Funktionieren sie? Sind sie sicher? Sind sie performant? Zweitens wollen wir damit den Aufbau des Ökosystems anstossen, also dafür sorgen, dass Firmen und Behörden die E-ID und die Vertrauensinfrastruktur nutzen.
Wie lange ist geplant, die Testumgebung live zu haben?
Public Beta als Test- oder Integrationsumgebung wird auch nach der produktiven Inbetriebnahme der E-ID und der Vertrauensinfrastruktur der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Und was kommt nach der Lancierung von Public Beta?
Wir planen, das Pilotprojekt elektronischer Lernfahrausweis, das bis jetzt nur im Kanton Appenzell-Ausserrhoden läuft, schrittweise auf die ganze Schweiz auszuweiten. Wir rechnen damit, dass bis Ende 2025 bis zu 100'000 Personen einen eLFA auf ihrem Smartphone haben werden. Im Übrigen werden wir aufgrund der Erkenntnisse aus Public Beta das produktive System für dessen Lancierung 2026 bereit machen.
Am 6. Dezember 2024 hat erneut ein hybrides Partizipationsmeeting auf dem Campus Meielen in Oberzollikofen stattgefunden. Ein Panel beschäftigte sich mit der Frage, was eine gute Wallet ausmacht. Zur Erinnerung: Die Wallet ist ein wichtiger Bestandteil der Vertrauensinfrastruktur. Den Nutzer/-innen wird die Wallet in Form einer Smartphone-App zur Verfügung stehen; mittels dieser App werden die elektronischen Nachweise verwaltet. Das Panel war für das BIT besonders relevant: Denn die Entwicklung der Wallet zusammen mit der Vertrauensinfrastruktur und deren Betrieb sind die Aufgabe des BIT – ein anspruchsvoller Task, der alle Anforderungen, Bedürfnisse und Wünsche von verschiedenen Stellen erfüllen muss.
Kontakt:
Rolf Rauschenbach
Informationsbeauftrager E-ID
Tel.: +41 58 465 31 20
Interview: Natalie Mudroch

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