Schweizer Halbleiterindustrie ist gut aufgestellt
Bern, 28.01.2026 — Der Bundesrat hat am 28. Januar 2026 den Bericht «Eine schweizerische Halbleiterstrategie (Swiss Chip Strategy)» verabschiedet. Der Bericht zeigt: In der Schweiz profitiert der Halbleitersektor von günstigen Rahmenbedingungen. Dazu zählen ein stabiles politisches Umfeld, ein breiter Zugang zu den Weltmärkten sowie international wettbewerbsfähige Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
Weil Halbleiter in sämtlichen elektronischen Geräten unverzichtbar sind, ist die Halbleiterindustrie mit der zunehmenden Digitalisierung zu einem international wichtigen Wirtschaftszweig geworden. Halbleiter finden breite Anwendung in elektronischen Schaltungen, beispielsweise in Computern, Smartphones oder Solarzellen. Die Wertschöpfungsketten von Halbleitern sind global und komplex. Sie reichen von der Forschung und Entwicklung über Rohmaterialien, Produktionsmaschinen, die Produktion, Montage, Test und Verpackung bis hin zum Vertrieb.
Der Bericht «Eine schweizerische Halbleiterstrategie (Swiss Chip Strategy)» zeigt auf, dass der Halbleitersektor in der Schweiz von günstigen Rahmenbedingungen profitiert. Eine Analyse der Import- und Exportstrukturen im Bereich Hableiter deutet insgesamt auf keine problematischen direkten Abhängigkeiten der Schweiz von einzelnen Ländern hin. Dies ist unter anderem dem Umstand zu verdanken, dass Schweizer Unternehmen in den letzten Jahren Massnahmen zur Diversifizierung ihrer Wertschöpfungsketten ergriffen haben, um so die Abhängigkeit von einzelnen Ländern oder Lieferanten zu verringern.
Bei gewissen Technologien, Produkten und Komponenten für die Halbleiterfertigung sowie im Chipdesign und der Entwicklung von Halbleitern für spezifische Anwendungen ist die Schweiz wettbewerbsfähig. In einigen Fällen (z. B. Vakuumlösungen) nimmt sie eine dominante Position auf dem Weltmarkt ein und ist zusätzlich in Nischenmärkten tätig. Ihre Wettbewerbsstärke verdankt die Schweiz unter anderem ihren exzellenten Forschungszentren. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie. Herausfordernd für die Schweizer Halbleiterindustrie sind die hohen Produktionskosten, die geopolitischen Unsicherheiten sowie der Mangel an Fachkräften. Als kleines, rohstoffarmes Land mit hohem Lohnniveau kann die Schweiz im Bereich der Massenproduktion nicht mit grossen Ländern mithalten.
Die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Halbleitersektors kann durch die weitere Stärkung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der öffentlich-privaten Partnerschaften verbessert werden. Ebenfalls wichtig bleiben der einfache Zugang zu internationalen Märkten sowie die regulatorische Entlastung. Die vom Bundesrat getroffenen Massnahmen zur Förderung von Forschung und Innovation sind ein weiterer zentraler Pfeiler für die Wettbewerbsfähigkeit dieses Sektors. Dazu zählen insbesondere die Teilnahme an den EU-Rahmenprogrammen für Forschung und Innovation, die SwissChips-Initiative sowie die Förderung durch den Schweizerischen Nationalfonds und Innosuisse.
Der Bericht wurde in Erfüllung des Postulats 23.3866 von Nationalrat Damien Cottier erarbeitet und bietet einen Überblick über Chancen, Herausforderungen und Handlungsfelder im schweizerischen Halbleitersektor.