Ein zweites Leben für ausgediente Smart Devices

Das BIT bietet seinen Kunden zwei Lösungen für ausgediente Smartphones und Tablets an. Freiwillig können nun Departemente und Ämter ihre ausgedienten Smart Devices über den Resellingprozess verkaufen und ihnen ein zweites Leben ermöglichen oder über den Entsorgungsprozess sicher entsorgen lassen.            

Nicht mehr gebrauchte, alte Smartphones landen in Schweizer Haushalten in den meisten Fällen ungenutzt in Schubladen und Schränken. Schätzungen zufolge verkommen so über 8 Millionen Smartphones zu Staubfängern. Bezogen auf den Wert des Elektroschrotts kommt so eine beachtliche Summe zusammen, es sind schätzungsweise über 60 Millionen Franken. In der Bundesverwaltung mit rund 38 500 Angestellten (entspricht rund 35 000 Vollzeitstellen) fallen jährlich bis zu 4500 Geräte an. Damit ausgediente Smart Devices ihr Comeback antreten können, hat das BIT für die Ämter seit Mitte Februar eine Lösung parat.

Smart Devices sind Kaufartikel im Eigentum der Ämter. Die Ämter sind für die fachgerechte Entsorgung am Ende des Lifecycles verantwortlich und regeln diese unterschiedlich – ohne ämterübergreifenden standardisierten Prozess. Das BIT stellt nun für die ökologische, ökonomische und sichere Wiederverwendung oder Entsorgung zwei Prozesse zur Verfügung.

reselling

Zwischen 10 bis 85 Franken je nach Modell

Auch gebrauchte Smartphones und Tablets haben einen Restwert und können weiterverkauft und wiederverwendet werden. Dafür eignet sich der Resellingprozess: Der aktuelle Wert ist vom Modell, der Funktionstüchtigkeit und dem allgemeinen Zustand des Geräts sowie dem Marktwert für gebrauchte Smart Devices abhängig. Der Resellingpartner akzeptiert sowohl intakte als auch beschädigte Geräte. Es gibt keine Mengenbegrenzung. «Wir empfehlen, die Geräte zu sammeln und in grösserer Stückzahl über das Reselling zu veräussern, zum Beispiel halbjährlich oder jährlich. Zu beachten ist, dass der Verkaufswert über die Zeit abnimmt», sagt Matthias Heri, Produktmanager im BIT. Die Bandbreite des Reselling-Erlöses ist gross: von ca. 10 bis 85 CHF je nach Modell und Zustand. Die Ämter agieren direkt mit dem Resellingpartner. Der Verkaufserlös kommt ohne Abzüge direkt dem Amt zugute.

Wichtig bei Apple-Produkten ist, dass vor dem Versand an den Resellingpartner bei den Geräten die Funktion «Mein iPhone suchen» deaktiviert ist. Diese Funktion können nur die ursprünglichen Gerätebenutzer selbst deaktivieren. Geräte, die diese Bedingung nicht erfüllen, können nicht wiederverkauft werden und werden deshalb mit CHF 0.- bewertet und entsorgt. Die Geräte müssen ordentlich den Kündigungsprozess von Mobile Device Management (MDM) durchlaufen haben und komplett gelöscht sein. Es dürfen sich keine User- und Bundesdaten mehr auf den Geräten befinden. Zur Sicherheit werden die Geräte nach dem Eintreffen beim Resellingpartner zusätzlich mit einer Software sicher gelöscht respektive überschrieben. Ein zertifizierter Löschreport wird zugestellt. Bis Ende März haben zwei Ämter über den Reselling-Prozess bereits 42 Geräte verkauft.

Der Entsorgungsprozess bietet sich für jene Fälle an, bei welchen die Datenlöschung weder über den MDM-Kündigungsprozess noch manuell möglich war. Solche Smart Devices können Kunden über das BIT entsorgen. Die Geräte werden mechanisch zerstört und fachgerecht entsorgt. Das BIT hat seit der Einführung der Lösung Mitte Februar für fünf Ämter diesen Entsorgungsprozess erledigt.

Das BIT als Vorreiter

Das BIT hat im letzten Herbst einen Pilotversuch für den Resellingprozess von Smart Devices durchgeführt. Zwei Resellingpartnern hat es dazu einbezogen. Dabei hat das BIT die Prozesse der Resellingfirmen getestet und sich schliesslich auf einen Partner festgelegt.

Das Integrations- und Informationsmanagement-Team des BIT hat so im Jahr 2018 rund 150 Smart Devices ins Reselling gegeben. Voraussetzung war auch hier, dass die Geräte ordnungsgemäss MDM-gekündigt und die Funktion «My iPhone suchen» deaktivert waren. Das BIT hat so einen Erlös von rund 4000 CHF erzielt. Das BIT rechnet für dieses Jahr wieder mit 100-150 Geräten, die es in den Resellingprozess geben kann. Der Prozess ist sehr einfach. Der Resellingpartner zeigt sich proaktiv, die Abholung im Amt ist gratis und der Transport ist versichert. Im BIT ist man vom Nutzen der Reselling-Lösung überzeugt. «Wir ermöglichen den Geräten ein zweites Leben. Damit leisten wir auch einen Beitrag an die Umwelt. Es werden weniger Geräte, die noch funktionsfähig sind, entsorgt», sagt Pierre Füllemann, Leiter Integrations- und Informationsmanagement (IIM) und Integrationsmanager des BIT.


BIT-Kontakt:

Matthias Heri 
Produktmanager
Tel.: 058 466 79 04

Text: Rinaldo Tibolla


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